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Trotzphase

Manchmal reicht schon eine Kleinigkeit, um Kinder aus der Haut fahren zu lassen, etwa, wenn sie die Lieblingsschuhe nicht anziehen dürfen oder keine Lust haben, sich im Auto anzuschnallen. Das kann für Eltern zur Geduldsprobe werden – aber: wenn man sich vor Augen hält, dass fast alle Kinder im Alter zwischen 2 und 5 Jahren durch eine solche Trotzphase gehen, ist es leichter, mit diesen Wutausbrüchen zurechtzukommen.

Was geschieht in der Trotzphase?

Im Alter von etwa 2 Jahren beginnen die Kinder einen eigenen Willen zu entwickeln und versuchen dann immer öfter, den eigenen Kopf durchzusetzen. Allerdings sind kleine Kinder nicht in der Lage, die eigenen Bedürfnisse selbst zu befriedigen, denn ihnen fehlen die nötigen motorischen und sprachlichen Fähigkeiten. Darüber hinaus können sie Risiken und Gefahren nicht richtig einschätzen. Beispiele hierfür gibt es viele, etwa, wenn Kinder ohne Unterstützung der Eltern auf einer Mauer balancieren wollen, obwohl ihnen dafür die Übung fehlt. Die Gefahr ist groß, dass sie stürzen, was sie aber selbst nicht einsehen wollen – die helfende Hand der Eltern kann dann schnell zum Wutausbruch führen.

Trotzphase wichtig für die Entwicklung

Auch wenn die Trotzanfälle für Eltern mitunter eine Zerreißprobe sind, sollten sie sich immer wieder vor Augen halten, dass sie für ihr Kind und dessen Entwicklung unerlässlich sind. Kinder lernen in dieser Zeit, ihre Gefühle besser in den Griff zu bekommen und mit Stress und Frustration umzugehen. Das sind Fähigkeiten, die für den weiteren Lebensweg unerlässlich sind!

Tipps für den Umgang mit Trotzanfällen

  1. Tragen Sie dafür Sorge, dass Ihr Kind sich während des Trotzanfalls nicht selbst verletzen kann.
  2. Bleiben Sie ruhig: Wenn Sie schreien oder das Kind schimpfen, gerät die Situation nur noch mehr außer Kontrolle. Manchen Eltern hilft es, wenn sie innerlich bis 20 zählen!
  3. Manche Kinder beruhigen sich schneller, wenn man sie sanft festhält. Andere wiederum wollen überhaupt nicht angefasst werden – respektieren Sie das unbedingt!
  4. Manchmal kann man einen Trotzanfall noch abwenden, wenn man das Kind, das seinen Willen nicht bekommt, ablenkt – anstatt weiter darüber zu reden, ob der Sohn oder die Tochter in der Fußgängerzone ein Eis bekommt, kann man beispielsweise auf einen Hund aufmerksam machen, der vor einem Geschäft angeleint ist, oder den großen Baukran bewundern – so manches Kind vergisst dann im Nu, dass es eben noch etwas ganz anderes wollte!
  5. Halten Sie sich immer vor Augen, dass ein solcher Trotzanfall nichts mit schlechter Erziehung zu tun hat und dass Ihr Kind sich damit nicht gegen sie persönlich wendet!
  6. Bestrafen Sie Ihr Kind im Nachhinein nicht für seinen Trotzanfall, etwa, indem Sie nicht mehr mit ihm sprechen. Stattdessen ist es besser, wenn Sie Ihr Kind in den Arm nehmen und mit ruhigen Worten erklären, weshalb es gerade zu einer Meinungsverschiedenheit kam.
  7. Grundlegende Familienregeln müssen auch in der Trotzphase gelten, beispielsweise, dass man andere nicht schlägt. Aber: Nicht alle Regeln müssen jetzt immer starr befolgt werden. Überlegen Sie also, welche Regeln dringend gelten müssen, und wo man vielleicht mal ein Auge zudrücken kann – so schonen sie dann auch die eigenen Nerven!

Es kann auch hilfreich sein, wenn Sie sich mit anderen Eltern austauschen – wie erleben sie die Trotzanfälle ihrer Kinder? Haben sie bestimmte Tricks, wie sich die Kinder beruhigen lassen? Auch der Rat von Experten kann hilfreich sein. Vielleicht wenden Sie sich ja einfach mal an die Tuong-Lai-Projektmitarbeitenden, die ebenfalls gern mit beratend zur Seite stehen!

Foto: David D | Flickr | CC BY 2.0