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Schulverweigerung – vom richtigen Umgang mit Jugendlichen, die der Schule fernbleiben

 
Wenn Jugendliche der Schule fernbleiben, ist das meist kein plötzlich auftretendes Phänomen: In der Regel handelt es sich hierbei um eine längerfristige Entwicklung. Zunächst werden nur die erste oder die letzte Stunde geschwänzt, dann bestimmte Schulfächer, irgendwann fehlt der oder die Jugendliche dann einen ganzen Tag unentschuldigt.

Es gibt viele Gründe, weshalb Jugendliche dem Unterricht fernbleiben: Manche kommen mit dem Leistungsdruck nicht klar, andere werden Opfer von Mobbing, fühlen sich ausgeschlossen, haben Schwierigkeiten mit dem Lehrpersonal oder MitschülerInnen.

Für Eltern ist der Umgang mit Schulverweigerung keine leichte Situation: Einerseits machen sie sich Sorgen, dass es ihrem Kind nicht gut geht oder dass es Probleme hat, andererseits führt aber kein Weg daran vorbei, dem eigenen Kind deutlich zu machen, dass Schulverweigerung keine Lösung sein kann.

Im folgenden finden Sie einige Tipps, wie Eltern mit einer solchen Situation umgehen sollen und wo sie Hilfe bekommen:

  • In der Regel erfahren Eltern von Seiten der Schule, dass ihr Kind unentschuldigt gefehlt hat. In diesem Fall ist es zunächst wichtig, das Gespräch mit dem Kind zu suchen.
    • Wichtig: Machen Sie Ihrem Kind keine Vorwürfe und sprechen Sie keine Drohungen aus! Machen Sie stattdessen deutlich, dass Sie da sind, um zu helfen und bei Problemen zur Seite zu stehen!
    • Auch emotionale Forderungen wie „wenn du mich wirklich liebst, dann machst du nicht solche Sachen“ sind fehl am Platz. Es mag schwerfallen, aber bleiben Sie so sachlich wie möglich!
  • Hören Sie bei Gesprächen genau hin, was ihr Kind zu sagen hat – vielleicht kann es sich nicht motivieren, weiterhin zur Schule zu gehen, weil es später gern einen handwerklichen Beruf erlernen möchte und daher das Abitur als sinnlos erachtet?
    • In einem solchen Fall kann es helfen, wenn Sie mit einem Berufsberater von der Arbeitsagentur Kontakt aufnehmen.
  • Auch ein Gespräch mit der Schulleitung und Lehrkräften ist sinnvoll, denn diese sind tagtäglich mit ihrem Kind in Kontakt und können ihnen daher über Entwicklungen der letzten Wochen und Monaten, von denen sie nichts mitbekommen haben, berichten. Auch wenn es Probleme im Klassenverband gab, von denen ihr Kind nichts erzählen möchte – bspw. Mobbing – kann ein solches Gespräch aufschlussreich sein.
  • Machen Sie sich immer wieder bewusst, dass Sie mit dem Problem nicht alleine sind: Es gibt viele verschiedene Beratungsstellen, bei denen sie und / oder Ihr Kind Unterstützung erhalten können – unter anderem bei den Projektmitarbeitenden von Tuong Lai!
    • Beratungsstellen können dabei helfen, zwischen Eltern und Kind bzw. dem Jugendlichen und der Schule zu vermitteln.
    • Das Personal in Beratungsstellen ist geschult darin, Konflikte zu lösen und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen – wenn nötig, werden Familien hier auch über mehrere Monate immer wieder zu Gesprächen begleitet.
    • Keine Sorge: Die Mitarbeitenden unterliegen der Schweigepflicht. Informationen über die Schwierigkeiten Ihres Kindes gelangen daher nicht in die falschen Hände!

Foto: marcino | pixabay | CC0 Public Domain