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Duales Ausbildungssystem

Sozialversicherungsfachangestellte, Industriekaufmann, Bürokauffrau oder Optiker – das sind nur wenige der zahlreichen Ausbildungsberufe, die man in Deutschland im dualen Ausbildungssystem erlernen kann. Im folgenden wird erklärt, was es mit diesem auf sich hat, welche Möglichkeiten und Vorteile diese System bietet und welche Möglichkeiten der Beratung es für Schülerinnen und Schüler gibt, die nach dem Schulabschluss eine Ausbildung aufnehmen möchten.

Auf dieser Seite finden Sie Antworten auf die folgenden Fragen:
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Wie läuft eine berufliche Ausbildung in Deutschland ab?
Wie gestaltet sich die Aufteilung zwischen dem betrieblichen und dem theoretischen Teil?
Welche Leistungen sind im Lauf der Ausbildung zu erbringen?
Welche Vorteile bietet eine Berufsausbildung?
Welchen Schulabschluss braucht man, um eine Ausbildung aufnehmen zu können?
Wie lange dauert eine Ausbildung?
Wie kann ich herausfinden, welche Ausbildung zu mir passt und wie findet man einen Ausbildungsplatz?

Wie läuft eine berufliche Ausbildung in Deutschland ab?

Die Berufsausbildung im dualen System erfolgt an zwei Standorten: im Betrieb und in der Berufsschule. Bei der betrieblichen Ausbildung steht der praktische Teil im Vordergrund. Hier geht es vor allem um die Vermittlung von fachlichen Fähigkeiten, Kenntnissen und Fertigkeiten. Zudem sammeln die Auszubildenden Berufserfahrung, beispielsweise in der Kundenbetreuung, und lernen, welche Gefahrenquellen es am Arbeitsplatz gibt und wie man Unfälle vermeiden kann. Der schulische Teil hingegen konzentriert sich auf die Vermittlung von theoretischen Fachkenntnissen und vertieft die Allgemeinbildung der Auszubildenden, unter anderem in Fächern wie Deutsch und Politik.
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Wie gestaltet sich die Aufteilung zwischen dem betrieblichen und dem theoretischen Teil?

Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: Entweder der Berufsschulunterricht wird an einem oder zwei Tagen pro Woche abgehalten, oder er findet in Form von Blockunterricht statt (d.h., die Auszubildenden sind mehrere Wochen am Stück ausschließlich in der Schule, bevor sie wieder in den Betrieb zurückkehren).
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Welche Leistungen sind im Lauf der Ausbildung zu erbringen?

In fast allen Ausbildungen gibt es nach einem bestimmten Zeitraum Zwischenprüfungen. Am Ende jeder Ausbildung gilt es eine Abschlussprüfung zu absolvieren, die in der Regel aus mehreren Teilen besteht. Diese Prüfungen werden von neutralen Prüferinnen und Prüfern der zuständigen Berufskammer abgenommen, um einheitliche Standards zu gewährleisten.
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Welche Vorteile bietet eine Berufsausbildung?

In einer Ausbildung werden Theorie und Praxis ideal miteinander verknüpft. So hat man zum Ende einer Ausbildung fundierte Kenntnisse im Fachgebiet und verfügt zudem bereits über mehrjährige Berufserfahrung. Qualifizierte Fachkräfte sind bei Arbeitgebern sehr begehrt. Wer eine Ausbildung erfolgreich beendet hat, hat daher gute Chancen, übernommen zu werden oder eine andere angemessene Stelle zu finden.

Im Anschluss an eine abgeschlossene Ausbildung hat man unterschiedlichste Möglichkeiten, sich weiterzubilden – man kann beispielsweise den Meister machen und danach einen eigenen Betrieb gründen oder sich betriebswirtschaftlich fortbilden und so neue Berufsfelder erschließen. Einige Absolventen entschließen sich auch dazu, noch ein Studium aufzunehmen – und sind ihren Kommilitonen dann schon einen Schritt voraus, da sie bereits Berufserfahrung haben!
Man verdient bereits während der Ausbildung Geld – je nach Branche und Lehrjahr erhält man ein Gehalt von 400 bis 1000 Euro im Monat.
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Welchen Schulabschluss braucht man, um eine Ausbildung aufnehmen zu können?

Das kommt natürlich ganz auf den Ausbildungsgang an, den man anstrebt, daher können hierzu keine allgemeingültigen Angaben gemacht werden. Prinzipiell gibt es für alle Bildungsabschlüsse eine Vielzahl an Berufen – wenn man sich unsicher ist, ist es ratsam, sich so früh wie möglich bei der Arbeitsagentur oder den entsprechenden Betrieben zu informieren.
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Wie lange dauert eine Ausbildung?

In der Regel dauert eine duale Ausbildung 3 Jahre. Unter Umständen kann man sie aber auch schnell absolvieren, etwa, wenn man Abitur hat, obwohl für die Ausbildung nur ein mittlerer Schulabschluss nötig ist. Dazu muss ein Antrag bei der zuständigen Kammer gestellt werden, d.h. etwa bei der Industrie- und Handelskammer oder der Rechtsanwaltskammer.

Es gibt zudem auch Ausbildungen, die grundsätzlich auf zwei Jahre angelegt sind – diese Ausbildungsgänge sind praktischer orientiert und decken viele unterschiedliche Branchen ab, etwa in der Metall- und Elektroindustrie oder im Textilgewerbe. Im Anschluss an die erfolgreich absolvierte zweijährige Ausbildung besteht die Chance, in einem verwandten Beruf ein 3. Ausbildungsjahr „anzuhängen“.
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Wie kann ich herausfinden, welche Ausbildung zu mir passt und wie findet man einen Ausbildungsplatz?

Zunächst einmal muss man sich natürlich darüber im Klaren sein, wo die eigenen Interessen liegen und welche Fähigkeiten man besitzt: Ist man handwerklich interessiert und geschickt? Oder möchte man vor allem viel Kontakt mit Menschen? Hierzu kann man sich unter anderem bei der Bundesagentur für Arbeit, bei Handwerks- oder anderen Berufskammern informieren oder Tests durchführen. Wenn man einen Beruf gefunden hat, der in Frage kommt, sollte man sich informieren, ob in einem entsprechenden Betrieb die Möglichkeit besteht, ein Schnupper-Praktikum zu absolvieren. Dabei kann man dann erste Berufserfahrung sammeln und herausfinden, ob man sich tatsächlich vorstellen kann, in diesem Bereich zu arbeiten, oder ob man doch noch nach einem anderen Berufszweig Ausschau halten sollte.

Bei alldem sollte man aber im Blick behalten, dass man sich in der Regel rund ein Jahr vor dem geplanten Ausbildungsbeginn bewerben sollte – damit die Bewerbung Chancen hat, sollte man sich ausreichend Zeit nehmen, um eine ansprechende Mappe zusammenzustellen. Bei der Bundesagentur für Arbeit gibt es übrigens auch Bewerbungsexperten, die beim Anfertigen einer Bewerbung helfen und Tipps geben können.
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Foto: Bench Accounting / Unsplash.com